Letztens habe ich euch das Asus Transformer (TF101) vorgestellt. Wie sich nun sein Nachfolger, das Asus Transformer Prime, im Gegensatz dazu schlägt, könnt ihr hier erfahren.

Einleitung

Das erste Transformer gefiel mir schon ganz gut. Einige kleine Punkte, vor allem das Design betreffend, fielen mir jedoch negativ auf. Möglicherweise auch durch einen Produktionsfehler, der das störende Knacken in der Tastatur hervorrufte. Geschwindigkeit und Akkuleistung waren jedoch schon sehr gut. Zum Testzeitpunkt also das für mich insgesamt beste Tablet auf dem Markt gewesen.

Bereits während meiner Testphase wurde dann schon der Nachfolger Transformer Prime (TF201) vorgestellt. Wieder mit Keydock, 10″ und Android. Das Konzept blieb also gleich, Detailverbesserungen lassen sich aber überall finden und das gesamte Konzept, besonders die Leistungsfähigkeit, nochmals besser werden. So kommt von Beginn Android 4.0.3 statt 3.x zum Einsatz, der Tegra 2-Chipsatz wurde durch den nochmals schnelleren Tegra 3 ersetzt und das Design wurde gänzlich aufgewertet und schmaler gestaltet.

Auf dem Papier also ein würdiger Nachfolger mit Verbesserungen in allen wichtigen Punkten. Wie weit sich das aber in der Praxis auswirkt, kann man dadurch noch nicht erahnen. Deshalb hier meine teils objektiven und teils subjektiven Erfahrungen.

Änderungen im Überblick

Haptik und Optik haben sich deutlich gesteigert. Das gesamte Paket, speziell zusammen mit dem Keydock, wirkt homogener und hochwertiger. In der haptischen Wahrnehmung hat sich nur wenig getan,dennoch fällt sie gleich positiver auf.

Der eigentliche Vorteil der Transformer-Reihe soll bekanntlich das Tastatur-Dock sein. Das ist es auch. Gleich durch mehrere Vorteilsgewinne: Tastatur zum schnelleren Schreiben, “Standfuß” bspw. beim Film schauen und Transportschutz durch Zusammenklappen. Also mechanisch und konzeptionell gesehen ein herkömmliches Netbook. Was mich aber seit der ersten Generation stört, ist der schlechte Tastenanschlag, der subjektiv sogar nochmal schlechter geworden ist. Viele Buchstaben müssen doppelt gedrückt werden, damit sie richtig angenommen werden. Das stört bei kurzen, wie auch langen Texten und verhindert eine flüssige Schreibe. Dadurch geht der Vorteil der Tastatur etwas in Rauch auf, bleibt aber im Ganzen noch bestehen.

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Die Akkuleistung ist sehr solide. Ein normaler Tag mit Surfen und langen Texten schreiben ist problemlos möglich. Was hier besonders zu erwähnen ist, ist der zusätzliche Akku im Keydock, der die Akkulaufzeit nochmals steigert. Zusammen dürften sie also jedes aktuelle Tablet in der Akkuleistung schlagen. Derzeit wohl ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, dass so nur in der Transformer-Reihe vorkommt und kein anderes Produkt dieser Klasse bietet.

Den Tegra 3 habe ich leider garnicht wirklich gemerkt, möglicherweise deutet das aber gerade auf ihn hin. Er hat eigentlich kein Ruckeln oder minimalstes Hängen zugelassen, sofern die App einigermaßen gut programmiert war. Die Spiele die unter dem neuen Transformer Prime liefen, liefen schon unter dem alten Transformer flüssig. In Zukunft also vielleicht relevant, spielt es jetzt fast noch keine Rolle, dass ein Quad-Core im Inneren Platz wegnimmt. Ganz verkehrt wird es aber ohnehin nicht sein, da meistens nicht nur die reine Rechenleistung verbessert wird, sondern auch Grafikleistung (wichtig für Android >= 3.x wegen Grafikbeschleunigung) und Stromverbrauch. Man dürfte so für die Zukunft in jedem Fall gerüstet sein.

Besonders gut gefiel mir Android in Version 4 und die von Asus vorinstallierten Apps für Synchronisation, Office-Arbeiten und Remote-Verbindung zum PC. Das gab es aber auch schon beim TF101 und aktuell wird hierfür auch Android 4.0.3 ausgerollt. Von dieser Seite gibt es zwischen beiden keinen großen Unterschied mehr, besitzen zudem mit der aktuellsten ICS-Version ein OS, das sehr gut mit Tablets harmoniert.

Zwei Punkte bleiben noch, in denen sich Unterschiede finden lassen. Einer dieser ist die Konnektivität und Sensorik der Tabs. Durch einen Designfehler kommt das Transformer Prime offiziell nicht mehr mit GPS daher. Persönlich konnte ich aber bisher noch keinen Nachteil feststellen. Was aber stark auffiel, war die sehr schwache WLAN-Leistung. Die konnte mich bis zuletzt nicht überzeugen. Letzte Woche wurde dafür wohl ein Update angekündigt, das bisher nur in Amerika verfügbar ist.

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Um das Review abzuschließen, noch einige Worte zum Display. Das war eines der Neuerungen beim aktuellsten Transformer, welche mir richtig gut gefiel. Technisch kann ich nur soviel dazu sagen, es nennt sich nomenklatorisch jetzt IPS+ statt IPS. Muss also irgendwie besser sein. Wo sich das besonders ausgewirkt hat, war, dass es einen IPS+ Outdoor-Mode gab, in dem das Display richtig hell wurde und damit auch für den Außeneinsatz gut geeignet sein wird und auch sonst in allen Lebenslagen gute Lichtverhältnisse bot. Das war technisch die auffallendste und gleichzeitig beste Änderung.

Fazit

Der bereits mehrfach angedeutete Gesamteindruck vom Asus Tablet ist der, dass es Vorreiterrolle und gleichzeitige Spitzenposition in vielen Bereichen sehr gut in einem einzigen Gerät vereint. Keydock, Android 4 auf einem Tab, Super Display, Quad-Core und ausgewogene App-Vorinstallationen. Das bekommt so keiner hin, auch nicht das iPad2.
GPS ist bei einem Tab ohnehin nicht das wichtigste, könnte aber zusammen mit WLAN und Tippgefühl beim Nachfolger noch verbessert werden. Dann hätten wir vielleicht DAS Tablet. Vorausgesetzt die anderen holen nicht überschnell auf. 😉

Um das Fazit praktisch anwenden zu können, stelle ich hier noch drei mögliche Szenarien eines bevorstehenden Kaufes vor:

Szenario 1: Man besitzt bereits ein Asus Transformer
Klare Antwort – es lohnt sich nicht umzusteigen. Das Kürzel Prime bringt viele Verbesserungen mit, für einen Preis von ~ 600 Euro ist das aber nicht gerechtfertigt. Zumal Android ICS nun für beide Varianten verfügbar ist und das neuere Tab offiziell kein GPS und schlechtere WLAN-Konnektivität besitzt.

Szenario 2: Man besitzt ein anderes Android Tablet
Der Umstieg lohnt sich, wenn man fit für die Zukunft sein will und die Tastatur nicht nur als Bonus sieht, sondern dann auch oft zum Einsatz kommen soll. Davor jedoch unbedingt Probe tippen, denn wie anfangs beschrieben, hat mir das Tippgefühl nicht ganz so gut gefallen.

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Szenario 3: Man besitzt gar kein oder keines der genannten Tabs und steht vor der Wahl zwischen iPad und Asus Transformer Prime
Eine Vorbedingung die ich bereits implizit getroffen habe, ist, dass das Prime mit Abstand das beste Android Tablet derzeit ist. Auch Keydock ausgenommen. Liegt die Präferenz demzufolge auf Android, ist das die beste Wahl.
Einzig und allein die Frage zum iPad besteht noch. Hier habe ich seit ca. gestern eine etwas andere Meinung, da ich nun selbst eines wegen Vertragsverlängerung besitze. Und überdies den ganzen Text hier damit geschrieben habe. Deshalb kann ich guten Gewissens sagen, dass mit einer guten Software-Tastatur ein Keydock nicht zwingend notwendig ist, aufgrund der weiteren Vorteile seine Daseinsberechtigung dennoch nicht verliert. Die abschließende Antwort darauf möchte ich deshalb auch nicht geben, da das sehr von den eigenen Präferenzen und des Einsatzbereiches abhängig ist.
Gebe auf diese Frage somit ein offizielles Unentschieden als Antwort.

Darauf hinweisen möchte ich noch, dass dieser Erfahrungsbericht erst mit freundlicher Unterstützung von notebooksbiliger.de realisiert werden konnte. Vielen Dank hierfür!

 

Doch erzählt einmal, wie es euch hinsichtlich Tablets ergeht. Hat schon jemand Vergleiche zwischen irgendwelchen Tabs und welches findet ihr besser und besonders warum? 🙂

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