Früh morgens um 6 ging die Reise vom Bodensee über Stuttgart nach Sinsheim zum gleichnamigen Technik- und Automuseum Sinsheim los. Die Fahrtzeit betrug stolze 3 Stunden, hatte deswegen aber auch genug Zeit mir vorzustellen was mich alles erwarten würde, nachdem ich zuvor die offizielle Seite des Museums besuchte.

Ankunft

Eines der ersten Ausstellungsstücke, die man bei der Ankunft am Technik- und Automuseum Sinsheim erblicken kann

Eines der ersten Ausstellungsstücke, die man bei der Ankunft am Technik- und Automuseum Sinsheim erblicken kann

Dort angekommen fallen einem sofort die unzähligen Flugzeuge auf die über das Gelände hinweg verteilt sind. Die Wendeltreppen die an den meisten Flugzeugen angebracht sind ließen auch schon die Hoffnung erwachen, dass die Flugzeuge begehbar sind. Was sich später auch so herausstellen sollte.

Am Ticketschalter gibt es die Möglichkeit neben dem regulären Museumseintritt ein vergünstigtes Angebot in Anspruch zu nehmen welches den Museumsbesuch mit einem 3D-Film im hauseigenen IMAX-3D-Kino verbindet. Aufgrund der vielfältigen Auswahl an 3D-Filmen, etwa der Grand Canyon, die Dinosaurier oder aber die ISS in 3D zu erleben, entschieden wir uns für die Vorstellung der 3D-ISS um 12Uhr.

Museumsrundgang

Das Museumsgelände besteht aus 2 Museumshallen, verbunden durch ein ebenfalls zur Ausstellung genutztes, Außengelände.

Der Museumsrundgang beginnt in der Museumshalle 1 welche durch den beinhalteten Ticketschalter gekennzeichnet ist.

Chevrolet Corvette Roadster

Chevrolet Corvette Roadster

Die erste “Ausstellungszone” befasst sich mit Oldtimern hauptsächlich amerikanischer Herkunft. Die nicht amerikanische Modelle werden hauptsächlich durch die Mercedes-Modelle repräsentiert. Der ganze Ausstellungsbereich ist mit Acessoires der 50er und 60er Jahren verziert.

10,5 cm Fliegerabwehrgeschütz

10,5 cm Fliegerabwehrgeschütz

Dem Museumsrundgang folgend, gelangt man zur Kriegsausstellung, welche einige originale Modelle, hauptsächlich aus dem 2. Weltkrieg beinhaltet. Unterstützt wird dieses Thema zusätzlich durch die zahlreichen, ausschließlich originalen, Modelle im Außenbereich. Zu sehen sind dort Panzer, etwa der bekannte Leopard 1, Schützenwagen, Schiffsgeschütze und Kriegsfahrzeuge fast aller verbleibenden Gattungen. Diese Ausstellung war neben der Flugzeugausstellung eine der beeindruckendsten.

Im hinteren Bereich der Museumshalle befinden sich noch Fahrzeuge land- und nutzfahrzeugtechnischer Art. Etwa ein Dampfpfluk-Lokomobil. Interessiert man sich nicht für Fahrzeuge solcher Art oder allgemein Gegenständen älterer Herkunft ist der Besuch dieses Ausstellungsbereichs reine Zeitverschwendung und sollte lieber durch einen längeren Aufenthalt bei persönlich interessanteren Dingen ausgeglichen werden.

Lesenswert  Game-Review zu Call of Duty: Black Ops

Über das schon angesprochene Außengelände, welches außerdem mit noch einigen kleineren Flugzeugmodellen und einem Art Kinderspielplatz aufwartet, erreicht man die Museumshalle 2.

Dort erwartet einen gleich der Aufgang zum Dachgeschoss, mit den begehbaren Flugzeugen. Wir wählten aber den normalen Rundgang fortzusetzen, um uns das beste für den Schluss aufzubewahren.

McLaren-Mercedes MP4/12

McLaren-Mercedes MP4/12

Mein persönliches Highlight erwartete mich in Halle 2. Die Formel1-Ausstellung mit echten Fahrzeugen, diesen und letzten Jahrzehnts. Mein favorisierter Rennstall war mit einem McLaren-Mercedes MP4/ vertreten und wurde zu Rennzeiten von Mika Häkkinen pilotiert.
Als ich für einen kurzen Augenblick einmal vergaß wovor ich dort überhaupt stand, fiel mir auf, dass das Ganze eigentlich nicht passend in Szene geworfen wurde. Mit einer doch recht umfangreichen Sammlung solch teurer Schmuckstücke, etwa 15 an der Zahl, lässt sich ein hervorragendes Erlebnis schaffen. Die Möglichkeit wurde aber leider nicht genutzt.

In Halle 2 befanden sich sonst ausschließlich technische Fortbewegungsmittel, überwiegend automobiler Art. Auch ältere Züge und Motorräder waren nicht zu übersehen. Anders als noch in Halle 1 wurden hier auch neuere Autos, vorallem jene die einen alternativen Antrieb besaßen, ausgestellt.

Concorde und Tupolev TU-144

Concorde

Concorde

Begeht man nun die schon angesprochene Wendeltruppe direkt am Eingang oder durch eine weiter hinten in der Halle gelegenen 2. Wendeltruppe ungefähr auf Höhe der Motorräder, gelangt man zum Highlight des Muesums.

Auf dem Dachgeschoss angekommen erblickt man sofort 2 imposante Gestalten von Flugzeugen. Die anderen 3, 4 Flugzeuge, vom Parkplatz aus noch interessant in Erscheinung getreten, waren nun uninteressant geworden.

Aufgrund des Platzmangels, was man sich zuerst garnicht vorstellen kann, befinden sich Drehkreuze am Eingang der Concorde und TU-144 um nur einer bestimmten Anzahl von Personen Eingang zu gewähren. Sofort nach Erreichen der Bordtür und dem Eintreten in eines der Flugzeuge weiß man was Platzmangel bedeutet. Denn nicht nur aufgrund des erhöhten Vorderbereichs der Flugzeuge ist es schwer diese zu begehen, sondern auch der Tatsache wegen, dass beim Aufeinandertreffen zweier in entgegenkommender Personen, eine zur Seite hin ausweichen muss und gerade mal einen gefühlten Meter Höhe Platz dazu hat. Ist man dann aber am Cockpit angekommen ist die Ernüchterung groß wenn man nicht gerade Pilot dieses Meilensteins der Geschichte war. Zum einen ist das Cockpit durch eine Plastikscheibe verschlossen, zum anderen wartet dies mit keinem besonderen Anblick auf.

Lesenswert  Gastbeitrag: Drei etwas andere Android-Launcher

Hat man die schon beschriebene Tortur bis zum Ausgang des Flugzeugs hinter sich, wartet das nächste Flugzeug auf einen. Die Tupolev TU-144. Wusste man bis jetzt nicht was ein Deja Vu ist, weiß man es jetzt. Man muss schon genau hinschauen um Unterschiede zu erkennen. Einzig von außen unterscheiden sich diese in ihrer Gestalt.

3D-Kino

Den Museumsaufenthalt komplettierte der Besuch im IMAX 3D-Kino. Wir wählten den Film Space Station, welcher von der Internationalen Raumstation ISS handelt.

Der Film zeigt einerseits die Geschichte, also den schrittweisen Aufbau, der Raumstation und andererseits das Leben in solch einer faszinierenden Umgebung. Der ganze Film ist untermauert mit 3D-Effekten, die nur mittels einer speziellen 3D-Brille wahrnehmbar sind und die Vorstellung spürbar authentischer wirken lassen.

Einzigst die Tatsache, dass der Film sage und schreibe 45 ging, störte mich persönlich ein wenig, da die Auffassungsgabe nach einem solch schon lehrreichen Tag zu wünschen übrig lässt und der Film sich so doch recht in die Länge zieht.

Aber das soll nur ein persönlicher Kritikpunkt sein, der das hervorragende Erlebnis nicht schmälern soll, da auch die Möglichkeit besteht ausschließlich das 3D-Kino zu besuchen.

Verpflegung

Abgesehen vom Museum selbst, befinden sich noch 2 Restaurants auf dem Museumsgelände, die man gegen Ende des Museumaufenthaltes gerne in Anspruch nimmt.

Da ich längst nicht alle Speisen probiert habe und auch keinen Restaurant-Tester spielen möchte entfällt die Wertung der Speisenqualität. Entgangen sind mir deswegen die völlig überteuerten Preise dennoch nicht. Für einen kleinen Salatteller, der einen Teller, minimal größer wie ein Unterteller einer Tee- oder Kaffeetasse, verwendet werden stolze 2,95€ verlangt oder 2 normale Wiener-Würstchen mit Pommes schlagen mit stolzen 6.95€ zu Buche.

Lesenswert  Android Wifi Tethering am Beispiel des HTC Hero

Geschmeckt hat es aber alle mal.

Fazit

Einem absoluten Museumsmuffel kann ich dieses Museum leider nicht empfehlen, auch einem Gelegenheitsbesucher ist es nicht unbedingt zu empfehlen. Höchstens einem regulären Museumsgänger oder einer der Thematik verfallenen Person ist das Museum zu raten. Urlaubern die sich in der Nähe befinden ist aber trotzdem ein Besuch empfohlen, gerade die originale Concorde rechtfertigen dies.

Das Partnermuseum “Technikmuseum Speyer” könnte hier mit dem echten Space-Shuttle aber auch einen Besuch wert sein. Selbst war ich dort noch nicht.

Was mich etwas gestört hat, war die Tatsache, um einige Gegenstände in Aktion zu sehen bedarf es dem Einwurf einer 1-Euro Münze. Hätte man überdurchschnittlich viele Live-“Vorführungen” sehen wollen, hätten mindestens 10€ der Vergangenheit angehört.

Alles in allem würde ich diesen einen Sommerferientag nicht als vergeudet ansehen aber er hätte durchaus mit Alternativen gefüllt werden können.

//Alle Bilder zum Technik- und Automuseum Sinsheim finden Sie hier.

%d bloggers like this: