In den vergangenen Jahren hat sich im Online-Handel ein auf den ersten Blick neues Konzept immer stärker durchgesetzt. Die Rede ist von dem Handelsmodell DropShipping, bei dem der Händler selber nicht mehr in physischen Kontakt mit seiner Verkaufsware gelangt. Was auf den ersten Blick widersinnig wirkt, erschließt sich bei der näheren Beschäftigung mit diesem Verkaufskonzept auf Anhieb: Während der konventionell arbeitende Händler seine Waren bei Herstellern, Großhändlern oder Importeuren im Vorfeld einkauft, sie einlagert und erst dann in seinen Online-Shop einstellt, belässt der DropShipping Händler die Ware stattdessen bei seinen jeweiligen Lieferanten und bietet sie in seinem Web-Shop an, ohne die zuvor einzukaufen. Kommt es zu einer Bestellung, so ergeht, automatisch oder manuell, eine Information an den jeweiligen Lieferanten. Dieser übernimmt nun für seinen Handelspartner den Versand der Bestellung an den Endkunden und rechnet die Ware und die Logistikkosten erst anschließend ab. Versendet wird dabei entweder in neutraler Verpackung oder mit den Lieferpapieren des ursprünglichen Online-Händlers. Für den Verbraucher ist es daher nicht feststellbar, dass er seine Ware nicht von seinem Handelspartner sondern von dessen Lieferanten erhalten hat.

Für den Online-Händler bietet das Handelsmodell DropShipping umfassende und überzeugende Vorteile. Zunächst benötigt er kein Kapital, um seinen Warenbestand im Vorfeld anzuschaffen. Darüber hinaus fallen seine monatlichen Festkosten, durch den Verzicht auf ein eigenes Lager und auf Logistikpersonal, deutlich geringer aus, als die seiner herkömmlich handelnden Konkurrenten. Hinzu kommt, dass er sich hauptsächlich mit der Bewerbung und Bekanntmachung seines Shops und seiner Produkte und mit der umfassenden Betreuung und Beratung seiner Kunden und Interessenten beschäftigen kann, da er keine Zeit in die aufwendige logistische Abwicklung von Aufträgen investieren muss. Auch ein Warenrisiko muss durch den DropShipping Händler nicht getragen werden. Hiervon spricht man, wenn sich bereits eingekaufte Waren als „Ladenhüter“ erweisen und letztlich zu defizitären Preisen abgestoßen werden müssen. Neu ist das Handelsmodell DropShipping dabei übrigens nicht. Schon seit Jahrzehnten ist es in bestimmten Branchen üblich, dass sich Kunden ihre Produkte zwar bei einem stationären Händler aussuchen, sie aber erst später auf dem Versandweg erhalten. Dies ist unter anderem traditionell im Möbelhandel gebräuchlich, aber auch beim Verkauf von besonders großen oder sperrigen Produkten. Auch hier lässt sich häufig beobachten, dass die Ware letztlich direkt vom Hersteller oder Großhandel des eigentlichen Händlers aus versendet wird.

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Wer als Online-Händler im Bereich DropShipping aktiv werden will, der muss sich klar machen, dass der Erfolg in diesem Geschäftssegment vor allem sehr zuverlässige, leistungsfähige und professionelle Lieferanten bedingt. Werden Bestellungen zu spät versendet oder entspricht die Qualität der Produkte nicht den Erwartungen der Kunden, dann leidet der Ruf des eigentlichen Online-Händlers hierunter. Von daher ist es dringend notwendig, der Auswahl und der regelmäßigen Überprüfung von DropShipping Lieferanten viel Aufmerksamkeit zu widmen.

INTERNETHANDEL hat sich in seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 102, April 2012) mit ergänzenden Strategien für den Online-Handel beschäftigt und stellt seinen Lesern insgesamt vier bewährte Modelle vor. Unter dem Titel „Welches E-Konzept passt zu mir? 360°-Analyse führender Handelskonzepte im E-Commerce“ werden das bereits erwähnte DropShipping, der Abo-Commerce, die Online-Offline Kombination und das Affiliate-Marketing behandelt. Interessierte Leser erhalten so nicht nur einen tiefen Einblick in die Basis- und Hintergrundinformationen der einzelnen Handelskonzepte, sondern werden zusätzlich mit vielen praktischen Beispielen, mit Erfolgsgeschichten und mit hilfreichen Checklisten ausgestattet. Umfassend informiert werden engagierte Online-Händler in die Lage versetzt, die Eignung der einzelnen Handelskonzepte in Bezug auf das eigene Geschäftsmodell zu überprüfen, selber individuelle Kombinationen aus den einzelnen Komponenten zu entwickeln und das Erlernte unmittelbar für das eigene Geschäft in die Praxis umzusetzen. So lässt sich gegenüber der Konkurrenz ein deutlicher Vorsprung erarbeiten, während gleichzeitig die Chancen auf einen dauerhaften und nachhaltigen Erfolg an den hart umkämpften Märkten signifikant steigen.

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