Viele haben mich schon gefragt, wie man seinen PC stromsparend macht, dass er aber dennoch leistungsfähig bleibt. Deshalb habe ich hier mal einen kleinen Exkurs verfasst, der vor allem Anregungen liefern soll und dem Gerücht “stromsparend = langsam” aufräumen soll und sogar aufzeigt, dass man mehr Vorteile als Nachteile hat. Um dies allgemein zu gewährleiste, kann man an 2 Punkten ansetzen. Einmal an der Hardware und einmal beim Betriebssystem(Software).Bei der Hardware spielt vor allem die CPU eine große Rolle. Die ist in einem Gamer-PC, wie auch in einem Office-PC wichtig. Jedoch sind die heute eigentlich alle so sparsam, dass man hier nicht viel falsch machen kann. Eine Stromsparvariante sollte es aber dennoch sein, denn die sind meist nicht langsamer aber verbrauchen weniger und sind somit auch noch sehr einfach und damit leise zu kühlen. Der einfache Grund warum sie sparsamer, dennoch aber gleich stark sind, ist der, dass aus der aktuellen Produktion Dies genommen werden, die sehr gut verarbeitet werden und so ohne Senkung der Frequenz, bei weniger Spannung betrieben werden, quasi von Haus aus undervoltet sind. Bedeutet, weniger Verbrauch, weniger Abwärme aber dennoch gleiche Leistung. Eine größere TDP (steht im CPU-Datenblatt) als 80/90Watt empfehle ich damit nicht, ist auch sehr selten.

Ebenso wichtig ist das Netzteil und sollte eine “80Plus” Auszeichnung haben. Am besten sind 80Plus Silver oder Gold, heißt sie haben einen sehr guten Wirkungsgrad. Mehr als 450Watt sind für jeden normalen PC übertrieben. 350 Watt reichen meistens schon vollkommen aus. Höchstens 400 um Reserven zu haben. Mehr gilt es eigentlich nicht zu beachten, außer das es nicht gerade ein No-Name Produkt sein sollte.

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Bei der Grafikkarte besteht das größte Sparpotenzial. Gute Leistung und dennoch viel Leistung erhält man beispielsweise bei der ATI Radeon HD5770
oder der ATI Radeon HD5670. Wenn nicht allzuviel Leistung gefordert ist, etwa bei Office-PCs, reicht eine Onboard-Grafik. Denn hier wäre eine diskrete Lösung überdimensioniert und würde ihn unsinnigerweise laut, warm und stromfressend machen.

Auf Seiten der Festplatte ist mit den neuen SSDs natürlich einiges möglich. Die sind aber noch sehr teuer und meist nicht sehr fassungsfreudig, deshalb gibt es spezielle Green-Varianten wie etwa die Green Caviar von Western Digital. Machen noch einmal ein paar Watt aus.

Ich selber habe z.b. auch kein Laufwerk, da ich nie wirklich eines brauche und wenn doch habe ich ein externes das somit nicht immer in Betrieb ist. Beim Motherboard gilt noch zu beachten, dass es hochwertig sein und gute Kondensatoren verbaut haben sollte und anderweitige Stromsparmechanismen. Die aktuellen MSI und Gigabyte Motherboards bieten hier sehr gute Techniken, weshalb ich sie an dieser Stelle empfehlen kann.

Um auch auf das Thema Software zu kommen, möchte ich noch das Thema Betriebssystem und mögliche Einstellungen anreißen. Bei Vista und Win7 kann getrost die Aero-Oberfläche ausgeschalten werden und bei XP das klassische Design gewählt werden. Dadurch wird die Grafikkarte weniger belastet und Systemdienste können abgeschalten werden. Dunkle Hintergründe führen zudem dazu, dass Bildschirm nicht allzu viel Strom verschwenden, denn die Hintergrundbeleuchtung kann somit heruntergefahren werden. Radikale Einsparmöglichkeiten bieten sich, wenn man unnötige Systemdienste (z.B. den Indizierungsdienst) beendet um die Festplatte und den Prozessor zu entlasten. Mehr nutzerfreundliche Einstellungen sind von Seiten des Betriebssystems nur noch durch die Einstellung des Energiesparplans möglich, welcher dann natürlich auf “Energiesparmodus” gesetzt sein sollte.

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Vorteile und Fazit

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Da wären natürlich der Stromverbrauch an sich. Dieser kann sich erheblich reduzieren, wenn man bewusst die Komponenten nach diesem Kriterium aussucht. Das ist jedoch noch nicht alles, denn ebenso stellen sich nette Nebeneffekte wie leisere Kühlung und weniger Abwärme ein. Das ist vor allem im Sommer von Vorteil wenn der PC nicht zusätzlich auch noch das Zimmer erwärmt.

Nachteile ergeben sich eigentlich keine. Wer natürlich ein High-End Gaming-System sucht, der kann Dinge wie Netzteil nach solchen Kriterien auswählen aber alles andere wird schwierig. Man muss jedoch festhalten, dass die Entwicklung ohnehin in eine Richtung von höherer Effizienz geht und man heute nicht mehr allzu viel falsch machen kann.

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