Ein Bearbeitungsprogramm für Sounddateien ist etwas, das jeder, der etwas mehr mit dem Computer zu tun hat, irgendwann einmal braucht. Sei es, weil er sich mal selbst Singen hören möchte, eine kleine Garagenband hat und die Aufnahmen noch ein wenig zurechtbiegen muss oder weil die Mitschnitte aus den Webradios nicht zu 100% genau sind und man den nervenden Moderator gerne noch wegschneiden würde. Leider kosten entsprechende Programme Geld, und oft nicht gerade wenig. Es sei denn, man greift auf das kostenlose Tool Audacity zurück.Das gibt es hier zum Download, wer anstatt der Installationsdatei lieber eine portable Edition hätte, die man auf einem USB-Stick installieren und überall nutzen kann und die auch bei der Installation auf der Festplatte keine Registryeinträge hinterlässt, der wird hier fündig. Zudem braucht man noch den MP3-Encoder LAME, der –ebenfalls kostenfrei – hier erhältlich ist. Ohne LAME kann Audacity nämlich keine Dateien im MP3-Format abspeichern. Anschließend beide Programme installieren, wobei man sich den Installationspfad von LAME unbedingt merken muss!

Das Interface

Startet man nun Audacity, hat man das oben gezeigte Interface vor sich. Rot markiert sind hierbei die von jedem CD-Player bekannten Buttons wie Pause, Play und Stopp. Im blauen Kasten finden wir die Werkzeuge, wobei diese von links oben nach rechts unten folgende Wirkungen haben:

  • Auswahlwerkzeug: Hiermit kannst du Ausschnitte der Audiodatei markieren und den Startpunkt für die Wiedergabe festlegen
  • Hüllkurvenwerkzeug: Hiermit kannst du die Hüllkurve, also die Kurve einer Audiodatei, vergrößern und verkleinern und damit die Lautstärke beeinflussen
  • Zeichenwerkzeug: Hiermit ist eine individuelle Bearbeitung der Hüllkurve möglich
  • Zoomwerkzeug: Mit links zoomst du hinein, mit rechts wieder heraus
  • Verschiebewerkzeug: Hiermit kannst du die Audiodatei verschieben
  • Multifunktionswerkzeug: Alle Werkzeuge in einem.
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Im grünen Kasten finden wir schließlich die Schnittwerkzeuge, wobei die Schere einen markierten Teil entfernt und die restliche Audiodatei „aufrutscht“. Der nächste Button ist für das Kopieren zuständig, der dritte für das Einfügen, mit dem vierten Button verschwindet alles um den markierten Teil herum und der letzte Button entfernt den Sound im markierten Bereich, der Bereich bleib jedoch, anders als beim Umgang mit dem Schnittwerkzeug, bestehen. Rechts neben dem grünen Kasten finden wir schließlich die Buttons für Rückgängig und Wiederholen. Darüber, orange markiert, der Regler für die Eingangslautstärke des Mikrofons, den brauchen wir später noch.

Bevor wir nun beginnen, mit Audacity zu arbeiten, sollten wir die Sprache noch auf Deutsch umstellen. Hierzu klicken wir auf Edit –> Preferences –> Interface und wählen bei Language „Deutsch“ aus. Nun können wir wahlweise per Drag’n‘Drop oer auch über Datei –> Öffnen eine Sounddatei nach Audacity importieren, was je nach Größe etwas dauern kann. Dann werden meist zwei relativ identische Kurven angezeigt, was normal ist, da es sich dann um eine relativ geläufige Stereoaufnahme handelt.

Die ersten Schritte

Nun können wir uns an das Mixen wagen, zum Beispiel indem wir die Lautstärke der Aufnahme mit dem Hüllkurvenwerkzeug oder dem Zeichenwerkzeug an einigen Stellen ändern, eine zweite Sounddatei einfügen und so weiter. Im Bild links sehen wir zum Beispiel zwei Sounddateien, die einen fließenden Übergang ineinander haben. Man muss natürlich immer wieder herum probieren, wie sich das Ergebnis anhört. Für derartige Zwecke ist Audacity in jedem Fall weniger geeignet.

Für einfachere Sachen wie zum Beispiel das langsame Ausblenden eines Liedes anstatt eines abrupten Endes oder aber für das Zurechtschneiden von Dateien, wie rechts mit dem Einfügen-Werkzeug demonstriert, ist Audacity die perfekte Lösung.

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Das eigene Tonstudio – Audacity macht’s möglich

Auch eignet sich das Programm sehr gut für die Aufnahme von Audiodateien. Hierzu klickt man auf Bearbeiten –> Einstellungen und findet unter dem Punkt Aufnahme die Möglichkeit, die Quelle einzustellen, wobei sich unter all den Auswahlmöglichkeiten ein Mikrofon finden müsste. Ist das ausgewählt, kann man noch die Aufnahmelautstärke einstellen und schließlich über den roten runden Button im roten Menü die Aufnahme starten. Beendet wir das ganze über einen Klick auf Stopp. Natürlich kann man auch auf diese Art und Weise erzeugte Aufnahmen wieder bearbeiten.

Ist man damit fertig und möchte seine fertige Sounddatei speichern, klickt man auf Datei –> Exportieren und wählt nun am besten das MP3-Format im unteren Menü. Nun kann man noch Infos zur Datei einfügen, bevor der Speicherort der lame_enc.dll abgefragt wird, die sich im Installationsordner von LAME befindet. Deshalb ist es auch so wichtig, sich diesen Pfad zu merken. Nach erfolgreicher Eintragung beginnt Audacity schließlich mit dem Exportieren.

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