Blog-Hosting: Wenn WordPress zuviel Speicher frisst

WordPress ist mittlerweile die verbreitetste Blog-Software überhaupt. Bereits vor einem Jahr basierten 14,9% aller Webseiten auf WordPress. Wordpress rühmt sich selbst für die „5 Minuten-Installation“ und gibt relativ niedrige Hosting-Voraussetzungen an. Bis zum Erscheinen der Version 3.2 im Juli 2011 wurde sogar noch PHP 4 unterstützt. Doch speziell der Speicherverbrauch muss im Auge behalten werden.

Die von WordPress offiziell vertretenen Anforderungen sind allerdings eher als “Mindestvoraussetzungen” zu sehen und weit von den “empfohlenen Voraussetzungen” entfernt. Ein großes Problem – insbesondere bei günstigem, leistungsschwachen Webhosting – stellt oftmals der “Speicherhunger” von WordPress dar. Schaut man etwas genauer nach, entdeckt man dass sogar 256MB Speicher für WordPress empfohlen werden, ein Wert, der bei kaum einem Webhoster möglich ist. Wer diesen Wert ermöglich will, muss in den meisten Fällen einen eigenen vServer mieten.

Es ist sogar je nach Anwendung und Konfiguration denkbar, dass WordPress noch höheren Speicherbedarf (z.B. Bearbeitung sehr großer Bilder im Admin-Bereich) entwickelt, dies ist aber weit von den Bedürfnissen eines typischen “Standardblogs” entfernt. In der Grundkonfiguration versucht WordPress das memory_limt auf 32 MB bei Einzelinstallationen und 64MB bei Multisite-Installationen zu setzen.

Konfigurationsbedingt oder durch die Auswahl des Webserversystems können diese Werte aber nicht ausreichen, da eine ganze Reihe von Faktoren den Speicherbedarf von WordPress beeinflussen:

  • WordPress-Version: WordPress-Versionen vor 3.0 verbrauchen deutlich weniger Speicher. Da nur die aktuellste Version (aktuell 3.2) mit (Sicherheits-)Updates versorgt wird, sollten ältere Versionen allerdings nicht mehr eingesetzt werden
  • Betriebssystems-Architektur: Der Speicherverbrauch von PHP ist auf einem 64bit-System deutlich höher, so dass bereits ein Serverumzug/Systemwechsel von 32 auf 64bit bei unverändertem WordPress den Speicherbedarf verdoppeln kann
  • Anzahl an Plugins: je mehr Plugins, desto höher der Speicherverbrauch. Es sollten daher nur so viele Plugins wie tatsächlich nötig verwendet werden
  • Deutsche Sprachdatei: auch durch den Einsatz der deutschen Sprachdatei erhöht sich der Speicherbedarf teils erheblich

Insbesondere wenn der Hoster nur 32 oder 64MB Memory Limit zulässt, kann man bereits mit wenigen Plugins diese Grenze überschreiten und bekommt beim Aufruf nur noch eine hässliche PHP-Fehlermeldung. In diesem Fall kann als “Erste Hilfe” der Plugin-Ordner umbenannt werden, um den Plugin-Aufruf zu unterbinden.

Wer sich etwas absichern will, sollte schon bevor Probleme auftreten das Memory Limit auf z.B. 96 oder 128MB setzen (sofern dies im Webhosting Tarif z.B. per .htaccess möglich ist) oder den Support des Hosters um die Aufstockung bitten.

Oftmals scheidet sich hier die Spreu vom Weizen, gerade sehr billige, leistungsarme Pakete von kleinen Hostern aber auch Massenprovidern wie z.B. 1&1 sehen diese Anhebung nicht vor. Besser stehen Administratoren da, deren Blogs auf einem eigenen vServer laufen oder die einen speziellen Blog-Hosting Tarif gebucht haben.

Wer das Memory Limit nicht ändern kann, muss versuchen durch Reduzierung der Plugins oder Abschaltung der deutschen Sprachdatei sowie evtl. eines Caching-Plugins Abhilfe zu schaffen. Bevor man sich langfristig jedoch durch den eigenen Webhosting-Tarif einengen lässt, ist aber vielleicht die Zeit gekommen, den Tarif oder sogar den Provider zu wechseln.

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